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Warum sich bei mir alles um Gesundheit dreht

... und warum deine Gesundheit meine Passion ist, das erfährst du im folgenden Interview.

Persönlich

Sandra, du bist Arbeitspsychologin, arbeitest im Betrieblichen Gesundheitsmanagement eines Grossunternehmens und hast dich vor Kurzem selbständig gemacht. In beiden Jobs dreht sich alles um Gesundheit. Warum?

Mir gefällt das Zitat von Schoppenhauer, der sagte: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Ganz so absolut ist es natürlich nicht, aber für mich ist viel Wahres dran. Eingeschränkte Gesundheit bedeutet für viele eine eingeschränkte Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Aber es gibt aus meiner Sicht immer Spielräume, um etwas für sich und seine Gesundheit zu tun. Jeder Mensch hat gesunde Anteile und Ressourcen und kann auf diesen aufbauen und gesundheitsförderliches Verhalten stärken oder neu erlernen. Dabei ist der Mensch ja immer ein Teil eines sozialen Gefüges, eines Teams, einer Familie oder eines Freundeskreises. Wenn eine Person in ihrer Gesundheit beeinträchtigt ist, wirkt sich das oft auch auf ihr Umfeld aus oder die Qualität, wie er oder sie sich um Kinder oder um die Arbeit kümmern kann. Wenn es einem Familienvater aufgrund von Stress bei der Arbeit nicht gut geht, er häufig müde und gereizt ist, dann wirkt sich das irgendwann auch negativ auf seine Familie aus. Diese Wechselwirkungen habe ich auch schon selbst erlebt. Dabei habe ich erfahren dürfen, welche Energien frei werden können, wie die Lebensqualität ansteigt,  wenn ich mir bewusst werde, dass es mir nicht so gut geht und ich mir Unterstützung hole, z.B. in einem Coaching oder einem Kurs. Vielen fällt es nicht leicht, sich einzugestehen, dass sie alleine nicht mehr weiterkommen. Der Schritt zur Unterstützung ist manchmal nicht leicht, aber es lohnt sich meiner Ansicht nach immer.

Warst du selbst immer gesund und stressfrei unterwegs?

Gute Frage! Nein, ich war durchaus nicht immer stressfrei unterwegs in meinem Leben. Als Schülerin, v.a. im Gymnasium, war ich oft gestresst von dem vollen Programm und den vielen Prüfungen. Aber auch – wie ich erst später realisiert habe - von den hohen Ansprüchen, die ich an mich selbst gestellt hatte. Zudem wusste ich damals noch nicht, was mir Energie gibt, wie ich mich optimal entspannen kann. Deshalb hatte ich oft schmerzende Verspannungen und häufig Kopfschmerzen. Bei meiner ersten Arbeitsstelle als Ergotherapeutin kam ich dann irgendwann an meine Grenzen mit meinen eigenen hohen Ansprüchen und den fehlenden Erholungsstrategien. Ich merkte, dass ich etwas für mich ändern muss. Ein Selbstmanagement-Seminar und Gespräche bei einer Psychologin haben mich zum Reflektieren angeregt. Ich habe zudem verschiedene neue Strategien entwickelt, mit denen ich einige Zeit lang gut zurechtkam.

Was heisst, einige Zeit lang? Hattest du deine Gesundheit von da an nicht im Griff?

Mmh, ich wusste insgesamt schon besser, was ich in anforderungsreichen Phasen brauche, was mir guttut, und wie realistische Anforderungen an mich selber aussehen sollten. Aber die äusseren Umstände, die Aufgaben und Anforderungen ändern sich ja auch laufend. So entstand irgendwann das Bedürfnis, mich nochmals mit dem Thema Stress und Stressbewältigung auseinander zu setzen. Ich habe einen Kurs in Mindfulness-Based-Stress-Reduction besucht, aus dem ich sehr viel - und das bis heute – mitnehmen konnte. Während meines Psychologiestudiums lernt ich zudem viel über die menschliche Psyche und menschliches Verhalten und konnte daraus auch viel für mich selber lernen.

Für mich wurde klar: Gesundheit ist etwas Dynamisches, sie muss immer wieder neu hergestellt werden. Einmal „Gesundheit“ lernen und dann hat man sie, so funktioniert das nicht. Auch der erfolgreiche Umgang mit Stress ist nicht jedem in die Wiege gelegt. Stressbewältigung ist eine Lebensaufgabe. Private Umstände ändern sich, der Job ändert sich, der Mensch selbst verändert sich. Und so braucht es immer wieder Anpassungen im eigenen Umgang mit Stress, im persönlichen Gesundheitsverhalten.

In deinem Alltag als Psychologin im Betrieblichen Gesundheitsmanagement eines Grossunternehmens, als Selbständige sowie als Mutter, ist bei dir auch immer viel los. Wie schaffst du es im Moment, in der Balance und gesund zu bleiben?

Etwas vom Wichtigsten für mich, ist, dass ich das was ich tue, mit Freude und Leidenschaft tun kann. Ich habe das Glück, dass dies auf meine beiden beruflichen Tätigkeiten voll und ganz zutrifft. Weiter wichtig ist für mich auch, dass ich eine gute Selbst- und Körperwahrnehmung entwickelt habe und schon sehr rasch spüre, wenn meine Balance ins Kippen kommt, ich zu wenig Zeit habe, um runter zu fahren, zu entspannen und mit meiner Familie schöne Momente zu geniessen. Dann werde ich aktiv, spreche mit meinem Mann, nehme mir noch bewusster Zeit für mich und tue etwas, mit dem ich besonders gut regenerieren kann. Das kann Zeit für mich alleine mit einem guten Buch sein, ein Besuch im Thermalbad (wenn das coronabedingt nicht grad geschlossen ist) oder eine zusätzliche Stunde Yoga. Yoga, Jogging und Entspannungsverfahren mache ich übrigens auch schon präventiv, also dann, wenn es mir gut geht. Diese Dreierkombination ist für mich ideal.

 

Insbesondere die Entspannungsverfahren medizinische Progressive Muskelentspannung und die medizinische Achtsamkeits-Interozeption®, eine körperfokussierte Meditationsform, helfen mir, in einen tiefen Entspannungszustand zu kommen. Nicht nur am Abend, wenn ich mir länger dafür Zeit nehme, sondern auch innert Minuten oder sogar Sekunden innerhalb des Arbeitstages. Diese Entspannungstechniken sind für mich mittlerweile Gold wert. Ich bin sehr froh, dass ich diese Zusatzausbildung angepackt habe, denn mittlerweile kann ich die beiden Verfahren auch schon selbst in Kursen vermitteln. Es macht mir riesig Freude, wenn ich sehe, wie auch andere davon profitieren können, etwa indem sie sich durch die Entspannungsmethoden belastbarer fühlen oder besser schlafen können.

Sandra, welches sind deine wichtigsten drei Tipps zum Thema Gesundheit?

  1. Nimm dich und deine Gesundheit wichtig. Auch wenn die Arbeit oder deine Mitmenschen im privaten Bereich dich stark fordern. Nur wenn es dir selbst gut geht, kannst du dich auch optimal um deine Mitmenschen kümmern und bei der Arbeit Bestleistung zeigen.

  2. Reagiere frühzeitig, wenn du merkst, dass sich erste Symptome zeigen, du dich nicht mehr in der Balance fühlst.

  3. Zögere nicht, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, sei das bei der Hausärztin, in einem Gesundheitscoaching oder bei einer anderen Fachperson. Lieber früher als später.

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Berufserfahrung

  • Inhaberin, Coach, Psychologin, Speakerin Gesundheitscoaching 5.0 (2021 bis heute)
     

  • Leiterin (ab 12/21), vorher Fachspezialistin & Stv. Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement Helsana Versicherungen AG (2016 bis heute)
     

  • Projektmanagerin/Wissenschaftliche Mitarbeiterin Projekte Arbeit & Gesundheit, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW (2011-2016)
     

  • Seminarleiterin Kommunikation SHECON
     

  • Ergotherapeutin & Leiterin Arbeitstherapie, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich



 

 

Konferenzraum

Ausbildungen

  • Fachperson für med. Progressive Muskelentspannung & med. Achtsamkeits-Interozeption® (Achtsamkeitstraining)

  • Master of Science in Angewandter Psychologie – FHNW

    Schwerpunkt Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie

    Nebenfach: Betriebswirtschaft und Major Human Resource Management an der Hochschule für Wirtschaft

     

  • Ergotherapeutin HF – Schule für Ergotherapie, Gailingen (D)  

Runde Bibliothek

Weiterbildungen

  • Seminar "Wirkungsvoll & überzeugend präsentieren" (Stefan Häseli)
     

  • E-Health & med. Entspannungsverfahren (medrelax)
     

  • Online-Trainings (Onken Academy)
     

  • Seminar Stressmanagement-Trainerin bei Prof. G. Kaluza
     

  • MBSR (Mindfulness-based-Stress-Reduction; als Teilnehmerin)
     

  • CAS Leiten von Teams, FHNW 

Therapie-Sitzung

 Kompetenzen

  • Stressmanagement-Trainings
     

  • Med. Entspannungsverfahren
     

  • Psychologische Beratung/Coaching zu den Themen  Achtsamkeit bei der Arbeit/ im Familienalltag, Stressbewältigung, Work-Life-Balance, Selbstfürsorge (als Eltern), u.a.
     

  • Know-how in Gesundheitsförderung, Psychologie, Psychopathologie, Gesundheits- & Entspannungsmedizin
     

  • Empathiefähigkeit, achtsames Zuhören, ressourcenorientierte Gesprächsführung, Zielorientierung